Öffentliche Fraktionssitzung – Stadtklimabeschluss Umsetzung – Anfrage

Vielen Dank für die rege Teilnahme an der öffentlichen BOB-Ratsfraktionssitzung.


Die spannenden Fragen scheinen allen Beteiligten nicht auszugehen. „Stadtklima ist ungleich Klimaschutz und kann zu diesem in Konkurrenz stehen.“ Mit diesem Statement eröffneten die Mitarbeiter aus dem Fachbereich Umwelt/Umweltplanung den Vortrag. Es geht beim Stadtklima insbesondere um die Wohnfühlzone des Menschen. Klimafolgenanpassung nennt man das, und die soll zur Sicherung und Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität durch frühzeitige Berücksichtigung klimatischer Veränderungen in Osnabrück vorangetrieben werden. Daten, Wissensgrundlagen sowie darauf basierende Strategien und Maßnahmen wurden 2016/2017 zusammengefasst und erarbeitet. Erschreckend daher die Erkenntnis: der Temperaturunterschied zwischen der Innenstadt und im Außenbereich beläuft sich auf 7° C. Eine enorme Differenz, gerade vor dem Hintergrund, dass der Temperatursinn des Menschen wohl der Empfindlichste ist. Entscheidend für die Temperaturregulierung des Stadtklimas ist derzeit einzig die Belüftung mit kalter Luft aus den Kaltluftentstehungsgebieten am Stadtrand und in den Grünen Fingern. Diese fungieren gleichzeitig als wesentliche Belüftungswege. Alternative Konzepte der Kühlung, z.B. mittels Wasser und Grünflächen, werden in Osnabrück erst in diesem Jahr in Angriff genommen. Höchste Zeit, denn die Innenstadt ist zu 85% versiegelt. Ohne Luftbewegung aus den kalten Zonen ist die nächtliche Abkühlung im Sommer überschaubar.
Schade: Bestehende Förderprogramme motivieren die große Gruppe der Osnabrücker Bestandseigentümer derzeit kaum, ihren Besitz klimagerecht zu gestalten und insbesondere Flächen zu entsiegeln. Über Förderungen für Klimaschutzmaßnahmen informiert Frau Höltke (hoeltke@osnabrueck.de).

Die größte Erkenntnis: Der Osnabrücker Osten ist für das Stadtklima in Osnabrück von zentraler Bedeutung. Bahndämme im Norden und Osten der City bilden Barrieren müssen durch große Kaltluftmengen überwunden werden. Jede Reduzierung der Kaltluftentstehung(sgebiete) und Luftschneisen wird diesen Hürdeneffekt vergrößern und sich folglich im Stadtklima der Innenstadt bemerkbar machen.

Die Überraschung: Die Freiflächen am Dominikanerkloster wurden im Rahmen unserer kleinen Anfragen lediglich als nicht begrünter Parkplatz einem begrünten Gebäude gegenübergestellt. Dieses hängt vor allem mit der Messgenauigkeit des ursprünglich erstellten Gutachtens zusammen. Die darauf vorhandenen Bäume wurden nicht berücksichtigt. Bezieht man alle Umgebungsflächen ein (was man sinnvollerweise tun muss, denn Stadtklima stoppt nicht an der Grundstücksgrenze) oder würde man die kleinste Bebauung (siehe Turm Bürgergehorsam) ergänzen – lautet die Empfehlung wie folgt:
Sehr ungünstige bioklimatische Situation: Sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierung. Maßnahmen zur Verbesserung der thermischen Situation sind notwendig und prioritär. Sie sollten sich sowohl auf die Tag- als auch Nachtsituation auswirken. Es sollte keine weitere Verdichtung (insb. zu Lasten von Grün-/ Freiflächen) erfolgen, stattdessen der Erhalt der Freiflächen und eine Verbesserung der Durchlüftung sowie eine Erhöhung des Vegetationsanteils bzw. Entsiegelungsmaßnahmen angestrebt werden.“
Unstrittig: Eine reine Grünfläche hätte den positivsten Effekt auf das Stadtklima!

Es bleibt spannend, denn: das Stadtklima wird vernachlässigt. Zur Zeit finden Erwägungen zum Stadtklima nur im Bauleitverfahren (und auch da nicht immer) statt. Wie, wo und wann das Stadtklima berücksichtigt wird, ist noch unklar und wird daher Inhalt der nächsten Anfrage der BOB-Fraktion sein.

Zudem plant die BOB-Ratsfraktion eine Anschlussveranstaltung zur Klimaanpassungsstrategie. Thema: Stadtklima/Bäume und ggf. Wasser, sowie die Vernetzung von beidem. Wir als BOB-Fraktion halten Sie auf dem Laufenden. Bleiben Sie informiert:https://ufo-im-rat-osnabrueck.de/

Viele Grüße aus der Bierstraße

Dr. Ralph Lübbe und Thorsten Wassermann

Die BOB-Ratsfraktion

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